Archäologie in Niedersachsen 2, 1999

Vorwort

Der erste Band Archäologie in Niedersachsen hat im letzten Jahr großen Zuspruch und eine selbst über optimistische Erwartungen hinausgehende positive Resonanz erfahren. Der von den niedersächsischen Archäologen eingeschlagene Weg in Richtung Öffentlichkeit scheint also der richtige zu sein, dieser Kurs kann beibehalten werden. Wenn sich kritische Stimmen erhoben haben, waren sie durchweg wohlmeinend. Manchen Beitrag haben sich die Rezensenten noch allgemeinverständlicher aufbereitet gewünscht, was durchaus mit den Vorstellungen der Redaktion übereinstimmt. Besonders dankbar haben wir die zahlreichen Besprechungen in den Medien zur Kenntnis genommen, allein dadurch ist die Archäologie wiederholt zum öffentlichen Thema geworden.

Archäologie in Niedersachsen 1999 enthält wie der Vorjahresband wieder viele interessante Beiträge, erneut liegt ein bunter Strauß an Themen aus allen Teilen unseres Bundeslandes vor: eiszeitliche Jäger, von Tauchern geborgene Opferfunde, bronzezeitliche Häuser, technische Beobachtungen an eisenzeitlichen Fibeln, eine römische Feinwaage und nicht zuletzt der diesjährige Schwerpunkt, die Archäologie des Mittelalters und der frühen Neuzeit.

Das Schwerpunktthema behandelt eine Zeit, für die viele Neufunde aus den letzten Jahren unser Bild in besonderem Maße ergänzt und verändert haben. Bislang aber fehlt eine allgemein verständliche Zusammenstellung der Ergebnisse der niedersächsischen Archäologie auf diesem Gebiet. Der vorliegende Band bietet dazu einen ersten Einblick. Es geht u.a. um moderne Ausgrabungen an frühen Siedlungen, Burgplätzen oder Kirchen und um aufwendige Untersuchungen in Stadtkernen zur Erhellung frühstädtischer Strukturen - Arbeitsergebnisse sowohl der staatlichen und kommunalen Dienststellen der Denkmalpflege als auch der Universitäten. Beiträge über die archäologisch greifbaren Hinterlassenschaften des Fernhandels in den Ost- und Nordseeraum sind ebenso anzutreffen wie Hinweise auf die Transportmittel, die diesen Handel in wachsendem Umfang getragen haben. Von den rasanten Entwicklungen in diesem Bereich zeugen aber nicht nur die Schiffe und ihre Darstellungen, sondern insbesondere auch die Fülle an Fundmaterial, die z.B. aus dem Stader Hafenschlick geborgen werden konnte.

Die vorliegende Zusammenstellung legt erneut beredtes Zeugnis davon ab, wie die hiesigen Archäologen die niedersächsische Landesforschung in gemeinsamer Arbeit stetig voranbringen. Das Redaktionsteam dankt im Namen der Archäologischen Kommission für Niedersachsen e.V. allen Kollegen für ihre Bereitwilligkeit, auch in diesem Jahr einige ihrer Ergebnisse frühzeitig zur Verfugung zu stellen, um sie hier der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Redaktion

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