Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Das Buch zur Mittelalterarchäologie

Andreas Heege in Zusammenarbeit mit Eva Roth Heege und mit weiteren Beiträgen: Einbeck im Mittelalter – Eine archäologisch-historische Spurensuche. Studien zur Einbecker Geschichte, Bd. 17.

Zehn Jahre archäologische Forschung sind Grund genug Rückschau zu halten und die vielfältigen Ergebnisse, optisch und grafisch aufbereiten. Anlaß bietet die 750-Jahrfeier der Stadt Einbeck. Ein besonderes Gewicht hat die Kombination bisheriger historischer und neuer archäologischer Forschungsergebnisse in Verbindung mit den Naturwissenschaften. Die Stadtentwicklung wird in drei Vogelschaubildern verdeutlicht (um 1200, um 1330 und um 1530). Großflächige Rettungsgrabungen ermöglichen in Kombination mit Bauforschungen an noch stehenden Fachwerkhäusern des 16. Jahrhunderts ein anschauliches Bild der privaten und öffentlichen Gebäude im Mittelalter und ihrer Nutzung. Einbecks Kirchen erfahren erstmals eine zusammenfassende Analyse ihrer Entwicklung. Spuren der Infrastruktur der Stadt (Straßen, Wege, Wasserversorgung, Entsorgung) haben sich bei vielen Grabungen gefunden. In Verbindung mit dem umfangreichen Fundmaterial ermöglichen sie einen guten Einblick in den Alltag der Einbecker Bürger, wie Handel und Handwerk, Konsum-, Ernährungs- und Abfallverhalten. Töpfer, Knochenschnitzer, Bronzegießer, Böttcher, Gerber und Schuster, sie alle haben ihre Spuren hinterlassen. Die Erosion des “Boden- und Hausarchivs” erfolgt schleichend, aber kontinuierlich. Das Buch zeigt beispielhaft, daß Stadtarchäologie die letzte Möglichkeit ist, die unwiederbringlichen Quellen zumindest in Form wissenschaftlicher Dokumentationen und populärer Veröffentlichungen zu bewahren.