Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Kloster und Burg: Hude und Welsburg

Marion Brüggler u. Jonathan Scheschkewitz, Archäologische Forschungen zum Spätmittelalter im Oldenburger Land. Mit einem Beitrag von Heinrich Schmidt, l. Die Ausgrabungen im Zisterzienserkloster Hude, Lkr. Oldenburg. II. Die Ausgrabungen auf der Welsburg, Gde. Dötlingen, Lkr. Oldenburg. Berichte zur Archäologie in Niedersachsen 3. Verlag Marie Leidorf, Rahden 2002, 285 Seiten mit zahlr. Abbildungen und Tafeln. ISBN 3-89646-923-1. Hartkarton 71,50 €.

Der Doppelband beginnt mit einer historischen Einleitung von Heinrich Schmidt, welche die Welsburg als Wohnsitz und Kloster Hude als letzte Ruhestätte des Grafenhauses von Oldenburg-Delmenhorst verbindet. Die Arbeit von M. Brüggler beschäftigt sich mit seit 1979 erfolgten Ausgrabungen in dem als Ruine erhaltenen Kloster an der Berne, eine Gründung der Grafen im 13.Jh., 1536 vom Bischof von Münster aufgelöst. Die dreischiffige, gewölbte Basilika wurde in mehreren Phasen errichtet und umgebaut, jedoch ist der eigentliche Gründungsbau nicht bekannt. Der vierflügelige Kreuzgang und Nebengebäude waren mit Fliesen belegt, Kirche und Klausurgebäude verglast. Umfassungsmauern, Wall-Graben-Anlagen, Teiche und Ziegelöfen mit Resten qualitätsvollen keramischen Baumaterials westeuropäisch-insularer Prägung wurden dokumentiert.

Von der Grenzfeste der Grafen von Oldenburg-Delmenhorst sind heute nur einige Unebenheiten im Gelände erhalten. Die Welsburg wurde nach Schriftquellen zu Schutz und Kontrolle von Territorium und Straßen der Grafschaft Mitte des 14.Jhs. als Teil eines umfangreichen Landwehrsystems angelegt. Den historisch zu erschließenden Nutzungsphasen entsprechen drei Bauperioden, die seit 1983 bei Ausgrabungen dokumentiert wurden. Das umfangreiche große Keramikinventar datiert überwiegend in die 2. Hälfte des 14. und in das 15. Jh. und wird durch Dendrodaten von 1358 bis 1438 gestützt. Das Fundspektrum zeigt, daß die Lebensumstände in einer Burg an der nördlichen Peripherie denen in anderen Burgen des Reiches nicht nachstanden. Um 1480 wird die Welsburg zerstört.