Foto: Andreas Hüser / Ostfriesische Landschaft

Neues aus Niedersachsens Urgeschichte 

Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 78, 2009. Hrsg. v. d. Archäologischen Kommission für Niedersachsen e.V. u. d. Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, durch Henning Haßmann. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2009; VIII u. 248 Seiten mit zahlreichen Abbildungen; farbiges Titelbild. ISBN 978-3-8062-2031-5 / ISSN 0342-1406. Kartoniert. Je Band 42,– € (daneben ermäßigter Abonnementpreis).

Der neue Band bietet auch dieses Jahr aktuelle Beiträge und Fundberichte aus allen Bereichen der staatlichen und kommunalen Archäologie sowie den Forschungseinrichtungen des Landes Niederachsen. Fundstellen der Jüngeren Altsteinzeit aus dem Landkreis Verden bilden den Anfang. Untersuchungen am bekannten neolithischen Fundplatz 49 in Hamburg-Boberg mit Funden der Rössener Kultur lassen auf eine nur kurzfristige Nutzung schließen. Fundorte mit Rennfeuerschlacken bzw. Eisenproduktion, wie sie im Salzgittergebiet nachgewiesen sind und vielleicht schon in die Vorrömische Eisenzeit datieren, sollten weiter Ziel der Forschung sein. Große kräftige Hunde gab es auch im Frühmittelalter, wie die Untersuchungen an einem Hundeskelett aus einer ostfriesischen Wurt zeigen. Eine Reihe siedlungsarchäologischer Untersuchungen von der Frühgeschichte bis ins Mittelalter aus Ostfriesland, dem Calenberger Land (Wüstungsforschung) und Ostniedersachsen bilden einen weiteren Schwerpunkt. In kurzer Form wird der Forschungsstand zur Mittelalterarchäologie in Braunschweig dargestellt, um über neue Publikationen und Ergebnisse zu informieren. Hierzu dient nicht zuletzt ein umfangreiches Literaturverzeichnis. Der folgende Beitrag geht noch einmal auf die schon früher publizierten Peiner Kachelfunde (17. Jh.) ein. Dem schließt sich ein Aufsatz zum Hadler Seebandsdeich in Cuxhaven an. Den Abschluss des Aufsatzteils bildet der Beitrag zur archäologischen Wissensvermittlung am Beispiel von Bodendenkmalen im Gelände, Freilichtmuseen, Freizeitparks und Spielfilmen im gesellschaftlichen Kontext. Am Ende stehen der Besprechungsteil mit zahlreichen Rezensionen archäologischer Bücher und der alljährliche Jahresbericht der Archäologischen Kommission für Niedersachsen.